Donnerstag, 17. Juni 2010
volksgeflüster
meine frau hat uns mal wieder zu einen kurs an der volkshochschule angemeldet. und so drückten wir gestern mit vier weiteren personen die schulbank und ließen uns über das thema unserer wahl belehren. so lang ist meine schul-, bzw. ausbildungszeit noch nicht her, doch war mir gar nicht mehr bewusst welch belebende wirkung solch eine situation auf mich hat. das ist jetzt etwas missverständlich. weniger das lernen war die ursache, viel mehr die tatsache mich wieder wie ein schüler zu fühlen. ständig viel mir irgendetwas lustiges oder besonderes auf was ich unbedingt und sofort dem hübschen mädchen neben mir zuflüstern musste ... das kippeln ... löcher in die luft gucken ... für zwei stunden in der woche wirklich eine angenehme abwechslung :-)
fritz
Mittwoch, 10. März 2010
abschied - geschichten des lebens
(nach einer wahren begebenheit)
fritz
Montag, 22. Februar 2010
kritik der zeit
herr balduin,
ist dir schon einmal aufgefallen wie weit verbreitet die rastlosigkeit ist. kein mensch ist mehr in der zeit die ist. die gedanken, wünsche und sehnsüchte treiben weiter. das soll keine flache kritik sein, die jedes sehnen und wünschen auf kommendes verurteilt. es soll aber zum bewussten umgang damit mahnen.
es ist bezeichnend. schon wochenlang werden frühlingblüher verkauft. kaum haben wir mal einen anständigen winter mit schnee und kälte (den sich ja sonst alle im vorfeld wünschen) schon wird er allen zu viel. was viel zu zeitig vor ostern beginnen wird, dazu muss ich kein prophet oder seher sein, ist der verkauf und die vorbereitung dafür. ach da fällt mir ein, die schokoladenosterhasen gibt es ja schon im laden ... vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an weihnachten?! kaum hat man das eine wird man schon zum nächsten geprügelt, oder prügelt sich selbst dahin. ich halte die zukunft für ungeheuer wichtig! und bin kein vertreter von denen die all konzentration auf die gegenwart legen, oder zumindest behaupten es zu tun. die zukunft gibt dem heute ungeheuer viel kraft. jedoch nimmt sie der gegenwart alle schönheit und kraft, wenn bei allem streben nach ihr das heute verpasst wird. alles hat seine zeit, so ist zumindestens der natürliche lauf der dinge!
fritz
Sonntag, 24. Januar 2010
brief an herr smutno
es ist seltsam mich an sie zu wenden, in einem moment, da doch all meine empfindungen ihnen gegenüber verschüttet oder scheinbar verloren gegangen sind. doch ich weiß, dass der schein trügt! sie gehören doch zu der sorte "treuer begleiter". hin und wieder zwar nicht in meinem sichtfeld, aber dennoch da. sie sind schwer einzuschätzen. manchmal verhalten sie sich wie ein edler herr. mit hut, langem schwarzen mantel, gepflegtem äußeren und anständigen manieren. dann klopfen sie höflich, ziehen ihre lederschuhe aus und setzen sich mit einer seelenruhe ins wohnzimmer und wir trinken eine tasse tee zusammen. wie lange, dass bestimmen meistens sie! mir ist aufgefallen, dass wenn sie da sind, ich oft die uhr ticken höre ... das nehme ich sonst nur selten war. in kürzester zeit ziehen sie mit ihren wesen alles um sich herum in ihren bann. nein, sie verwenden kein aufdringliches parfüm oder so, und dennoch legt sich ihr duft mit einer nicht beschreibbaren schwere auf die seele. an anderen tagen sind sie das ganze gegenteil. von ihrem aussehen sind sie dann kaum verändert, aber sie benehmen sich dann wie ein mafioso - wie ich das gerade schreibe stelle ich fest, wie treffend das ist. zwar ist ihr äußeres nach wie vor korrekt, aber alles andere ist von einer grausamen brutalität und kälte geprägt. sie nehmen dann ohne zu fragen, ohne rücksicht auf verluste und tun allen was sich ihnen in den weg stellt gewalt an.
das sonderbare ist, dass ich sie nicht gänzlich ablehne. trotz all dem schmerz den sie mir und anderen menschen zufügen. diesen erbarmungslosen schmerz ... an manchen tagen ist ihre gegenwart kaum auszuhalten und doch geben sie dem leben eine gewisse intensität. oder sie lehren mich andere sichtweisen, die nicht besonders populär, dafür ziemlich bodenständig sind. liebe würde ich meine haltung ihnen gegenüber wohl nicht nennen, aber ich schätze gewisse seiten an ihnen - oder doch nicht? bin mir gerade unsicher. vielleicht sind sie auch einfach nur ein lügner und ich lasse mich belügen, wer weiß. wenn ich ehrlich bin, wäre ich ihnen dankbar, wenn sie die nächsten tage nicht zu besuch kommen und mich mit ihren gedanken verschonen, auch wenn diese noch so sehr der wahrheit entsprechen.
ihr fritz
Montag, 18. Januar 2010
can-balduin-fotowettbewerb
nun wird es langsam aber sicher zeit den can-balduin-fotowettbewerb auszuwerten. gestern abend tagte ich deswegen mit 3 weiteren jurysten. nach lebhaften diskussionen, unterschiedlichsten ansichtsweisen und langer "bildermeditation" sind wir zu folgendem ergebnis gekommen:
das postkartenset im wert von ca. 30 euro geht an folgendes bild und damit an meinen werten herrn onkel.
überzeugt hat das bild durch die zum ausdruck gebrachte spannung. offensichtlich die kulturelle, aber beim näheren betrachten noch eine vielzahl weitere. jung und alt, arm und reich, krieg und frieden ... - alles hat seine zeit.
im folgenden nun noch ein paar andere eingegangenen bilder und eine "zarte" kurzgeschichte, die ebenfalls zu diesem thema eingesendet wurde und die ich nicht vorenthalten will. vielen dank an alle teilnehmer, war ein schönes projekt und ich hoffe es hat etwas freude gemacht und inspiriert!

einkaufstag
wissen sie, neulich bin ich durch die einkaufsstraße gegangen mitten in dem dort üblicherweise herrschenden trubel. mein kopf war voller gedanken, was ich alles noch benötige, kaufen muss, noch nicht besitze. einkaufen ist für mich reine pflichterfüllung. manchmal kommt mir das leben selbst als eine reine pflichterfüllung vor. wissen Sie, ich mache mir vor dem einkaufen einen sehr durchdachten plan. mit diesem neumodischen begriffen wie „shoppen“ etc. kann ich nichts anfangen. ich strukturiere sehr genau, in welcher reihenfolge ich durch die läden gehe und was genau ich dort kaufen werde. es versteht sich von selbst, dass ich sehr konkrete preisvorstellungen habe. es ist ja nicht so, dass ich sparsam sein müsste, ich habe ein sparkonto angelegt und dieses seit zehn jahren nicht mehr angerührt. das geld gibt mir sicherheit, wissen sie. was ich habe, das habe ich.
wissen sie, als ich also so durch die strassen eilte, fiel mir ein kleines kind auf. das hielt in der hand eine schnur, an dessen ende ein luftballon hing. in der nähe auf einer bank saß lächelnd eine junge frau, die mutter des kindes, wie ich annahm.
das kind mit seinem ballon in der hand, der übrigens kirschrot war und eine werbeaufschrift trug, dieses kind war völlig hingerissen von dem ballon, der zu einer anderen zeit in anderen händen völlig wertlos gewesen wäre. wissen sie, genau in diesem moment, in dieser eile und dem bloßen erfüllen von erledigungen, genau in diesem moment berührte es mich, es nahm mich völlig in beschlag. ich blieb stehen, um dieses kind zu beobachten. die menschenmenge wurde mir so unwichtig wie auch meine einkaufstüten und meine pläne. das spiel dieses kindes war so profan, so einfach, und dennoch so zeitlos, ergreifend, liebenswürdig. der ballon ging auf und nieder, mal hüpfte das kind mit dem ballon, dann wiederum hüpfte der ballon, wenn das kind an der schnur zog. das kind strahlte. wissen sie, vielleicht kennen Sie solche momente, die sie festhalten möchten, festhalten für immer. in solchen momenten atmen sie tiefer, sie riechen viel mehr gerüche, ihre augen nehmen viel mehr farben wahr und vor allem fühlen sie in der ganzen intensität ihrer gefühle. wissen sie, wenn das eine szene aus einem film gewesen wäre, dätte man diese situation in zeitlupe ablaufen lassen. wissen sie, genau so habe ich das erlebt, wie in zeitlupe. es war mir, als steht alles still, vor allem ich selbst. all die verpflichtungen, verantwortlichkeiten und dergleichen- all das wurde so nebensächlich. ich fühlte mit dem kind, diese freude am leben, diese fröhlichkeit und sorglosigkeit. wissen sie, ich habe keine ahnung, wie lange ich dort stand, aber das ist auch unwichtig. leider kam ein kräftiger windstoss und blies den ballon davon. das kind, seine mutter und ich schauten dem ballon nach, wie er gen himmel flog. ich verspürte eine spur von trauer, aber mein herz war ergriffen und voller dankbarkeit für das erlebte. es dauerte eine weile, bis er völlig verschwunden war.
wissen sie, selbst das kind war nicht traurig darüber, so als ahnte es, dass es die bestimmung dieses ballons sei, zu fliegen. es hat den ballon losgelassen und ihm hinterhergewunken. die junge frau nahm das kind an die hand und beide gingen die strasse entlang, bis sie verschwunden waren. wissen sie, dann erst kam ich langsam wieder zu mir, ich hörte wieder den lärm, spürte die hektik um mich herum. ich hatte aber das gefühl, dass irgend etwas sich verändert hatte. etwas tief in mir. ich hatte keinen antrieb mehr, meine pläne abzuarbeiten. ich wollte mich nur noch in ein cafe setzen und dem leben zuschauen, anstatt daran vorbeizuhasten. wissen sie, in diesem moment wurde mir bewusst, dass ich viel zu viel nützliche, sinnvolle dinge getan hatte und viel zu wenig zeit mit ballons gespielt hatte. ich habe meine kaffee genossen und bin dann nach hause gegangen. wissen sie, unterwegs habe ich mir aber noch ein paar luftballons gekauft.
a. philipp
Mittwoch, 2. Dezember 2009
brief an die allgemeinheit
es ist mir eine große freude und ehre, dass sie mit dem lesen dieser briefe anteil an meinem leben und gedanken nehmen. danke dafür! gestern hatte ich eine idee die direkt mit ihnen zu tun hat, deswegen dieser brief. ich würde gern meine kleine welt mit ihren talenten, sichtweisen, gedanken und horizonten bereichern. und ganz nebenbei eine originelle aktion durchführen. bitte bekommen sie jetzt keine komischen gefühle und halten sie den gedanken, dass hier jemand etwas zu aufdringlich einfordert was ihm nicht zusteht noch einen augenblick zurück. folgendes würde das ganz konkret bedeuten:
canbalduin-fotowettbewerb
thema:
alles hat seine zeit (inspirationen kann man sich im prediger 3,1-8 holen)
einsendeschluss: 31.12.2009
gewinn:
eine kreative post-zusammenstellung (briefumschläge, karten, briefmarken ...) im wert von ca 30 euro - meiner meinung nach lohnt es sich!
ziel:
wenn genügend einsendungen kommen, möchte ich danach gern eine art bildband daraus anfertigen.
bedingungen:
die bilder müssen bis zum 31.12.2009 in digitaler form bei mir vorliegen. pro person dürfen nicht mehr als 20 bilder sein. auch darf auf die bilder keinelei urheberrechte bestehen. also wer sie einschickt ist damit einverstanden, dass diese kostenlos zu nichtgewerblichen zwecken weiterverwendet werden.
bei fragen einfach kommentieren! wenn ihr diese aktion gut findet, oder leute kennt, die sie gut finden könnten würde ich mich sehr freuen, wenn ihr sie weiter empfehlt. wer sein talent eher im schreiben, malen ec. sieht darf sich natürlich auch da themengebunden austoben. (gedichte, kurzgeschichten, bilder ... sind herzlich willkommen)
mit freundlichen grüßen,
ihr fritz
Sonntag, 4. Oktober 2009
alles hat seine zeit
Samstag, 22. August 2009
die zeit
herr balduin,
wie du vielleicht schon bemerkt hast beschäftigt mich sehr das "leben". ich weiß, es ist eine etwas seltsame formulierung, doch mir fällt keine bessere ein. eng damit verbunden ist die zeit. an manchen tagen macht mich das unheimlich hilflos. die welt dreht sich dann wie ein hamsterrad. stehen bleiben geht nicht. man muss weiter gehen ... bei supermario gibt es eine "welt", wo man nur nach rechts gehen kann und die linke wand sich unaufhaltsam nach vorn bewegt. wenn dann der herr mario stehen bleibt wird er einfach weiter geschoben. so kommt mir diese welt hin und wieder vor. man muss immer nach vorn gehen. zurück geht nicht mehr. und man kann auch nicht anhalten und stehen bleiben (bzw. nur kurze zeit). entscheidungen müssen getroffen werden, und mitunter werden diese mein leben und das leben anderer imens beeinflussen. und wenn ich mich nicht entscheide, habe ich dennoch einen weg gewählt ...
fritz
