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Sonntag, 20. Juni 2010

lebensworte

ich ringe nach worten
nach leben

will die leere beschreiben
um ihr zu entfliehen

und frage mich
ob es wohl möglich ist
die trauer zu feiern

Mittwoch, 28. April 2010

dich

hallo herr balduin,
gestern bin ich mal wieder auf ein wunderbares gedicht von erich fried gestoßen. es birgt ganz viel in sich. will gern diese warmherzige poesie mit dir teilen. ich bewundere immer wieder einen solchen blick für und auf das leben, sowie die kunst solch einfache worte und formulierungen dafür zu finden.
fritz

dich

dich nicht näher denken
und dich nicht weiter denken
dich denken wo du bist
weil du dort wirklich bist

dich nicht älter denken
und dich nicht jünger denken
nicht größer nicht kleiner
nicht hitziger und nicht kälter

dich denken und mich nach dir sehnen
dich sehen wollen
und dich liebhaben
so wie du wirklich bist

(erich fried)

Mittwoch, 10. März 2010

dem unbekannten gotte

herr balduin,
ich sende dir worte eines anderen.
und empfehle mich.
fritz

noch einmal, eh ich weiterziehe
und meine blicke vorwärts sende,
heb ich vereinsamt meine hände
zu dir empor, zu dem ich fliehe,
den ich in tiefster herzenstiefe
altäre feierlich geweiht,
dass allezeit
mich deine stimme wieder riefe.

darauf erglüht tief eingeschrieben
das wort: dem unbekannten gotte.
sein bin ich, ob ich in der frevler rotte,
auch bis zur stunde bin geblieben ...

sein bin ich - und ich fühl die schlingen,
die mich im kampf darniederziehen
und - mag fliehn,
mich doch zu seinem dienste zwingen.
ich will dich kennen unbekannter,
du tief in meine seele greifender,
mein leben wie ein sturm durchschweifender,
du unfassbarer, mir verwandter!
ich will dich kennen, selbst dir dienen.

friedrich nitzsche

Mittwoch, 24. Februar 2010

an manchen tagen


nach worten ringend
doch unfähig das sein
in buchstaben
in gedanken
zu kleiden

an sich selbst verzweifeln
und sich selbst verzweifelt lieben

nicht wissen ob man glaubt
zu glauben das man nichts weiß

in bewegung sein
um nicht zur ruhe kommen zu müssen
angst vor dem echten leben haben

aufschrein
fäuste ballen
schluchzen
nur für einen moment
im nächsten
schon wieder sich selber fremd werden

Freitag, 19. Februar 2010

befreiung von großen vorbildern

hallo herr balduin,
die tage war ich mal wieder in meinen derzeitigen lieblingsbuchladen. nach langem gemütlichen stöbern, suchen und lesen fiel mir ein gedichtband von dem mir bisher unbekannten erich fried in die hände. dieser ist jetzt meine. leider bin ich bisher noch nicht zum ausführlichen lesen gekommen, doch beim durchblättern blieb ich an folgendem hängen:

befreiung von großen vorbildern

kein geringerer
als leonardo da vinci
lehrt uns
"wer immer nur autoritäten zitiert
macht zwar von seinem gedächtnis gebrauch
doch nicht
von seinem verstand"

prägt euch das endlich ein:
mit leonardo
los von den autoritäten!

das klingt schon mal sehr vielversprechend und birgt in sich viel nachdenkerpotential :-)
fritz

Montag, 1. Februar 2010

was du mir bedeutest


herr balduin,
vor einer ganzen weile habe ich dir von einer älteren frau geschrieben, die mir davon erzählte, dass sie mit ihren mann jeden monat hochzeitstag begeht. meine werte ehegattin und ich haben uns das zum vorbild genommen und deswegen heute unseren 6. hochzeitstag gefeiert. unteranderem haben wir mal wieder in unserem fotoalbum geschmökert. wenn dann all die verschiedenen situationen und menschen außen und innen vorbei ziehen, wünscht man sich schon, dass alles noch einmal zu erleben. intensiver zu atmen, bewusster warzunehmen. momente festhalten zu wollen ist wohl haschen nach wind, aber sie in seinem herzen zu bewahren, dass ist vielleicht eine lohnenswerte alternative :-)
fritz

was du mir bedeutest
lässt sich nicht in worte einsperren
meine art zu reden, wie ich es betone ...
zwecklos, es würde nie richtig sein

sag ich das eine, gibt es da noch das andere
fühle ich jenes, denke ich noch dieses
spreche ich es aus
laufe ich gefahr,
dass es fruchtloses geschwätz
in der welt der vielen reden wird

was du mir bedeutest
es ist mir zu hoch, ich begreif es selber nicht

du bist ich
mein leben erfährt sinn durch dein sein
und manchmal sorge
doch diese ist mir allemal lieber als wäre unser wir ein nichts
für dich erhebe ich die fäuste
immer wieder gegen den mir verhassten feind

mit dir zu lachen bedeutet glück
bei dir zu weinen ist schlichter trost
deine tränen sind mir kostbar, sind mir schmerz

du bist mir familie, zuhause, leben
dich zu verlieren wäre ein tod in mir

verspreche ich zuviel?
lüge ich?
ich glaube nicht
denn du, du bist für mich ...

(11.12.09 - für und über k.)

Mittwoch, 20. Januar 2010

der handschuh

herr balduin,
gerade schwirt mir einiges an gedanken und empfindungen durch kopf und herz, aber sie sind noch nicht schreibfertig. also entweder ließt du an anderer stelle mehr davon oder sie sind dann doch ins meer der vergessenheit geraten. dafür ist jetzt platz für etwas alltägliches. ich habe lang schon nicht mehr von unserer adoptivoma berichtet. gestern warn wir mal wieder zum kaffeeklatsch bei ihr. zu schade, dass ich soviel von dem was sie sagt nicht so rüber bringen kann, wie sie es eben tut. oft zitiert sie beispielsweise irgendwelchen sprüche aus ihrer kindheit:
"man hats nicht leicht wenn man mit gewichten handelt und im dritten stock wohnt." ist einer meiner liebsten. oder ein spruch für - ist mir egal: "ich steh mit auf, aber ich bleib auch liegen." eine wonne kann ich da nur sagen :-) wenn du sie nur sehen könntest wie sie vom roller und schlitten fahren erzählt ... auch habe ich mit ihr eine gemeinsamkeit, wir mögen alte balladen. einige haben wir jetzt schon zusammen gelesen. john maynard von theodor fontane, der handschuh und die bürgschaft von schiller, oder der erlkönig von goethe - kaum zu glauben, aber da wird man dankbar für seine schulbildung. jetzt noch zwei zitate von ihr und dann "der handschuh", um diesen briefen etwas kultur beizufügen.
fritz

"da war mein mann schon mode." (sagte sie beim erzählen einer lebensgeschichte)
"geh mir aus den augen, oder ich krieg dich." (sagte sie zu einem stück kuchen)

der handschuh

vor seinem löwengarten,
das kampfspiel zu erwarten,
saß könig franz,
und um ihn die großen der krone,
und rings auf hohem balkone
die damen in schönem kranz.

und wie er winkt mit dem finger,
auf tut sich der weite zwinger,
und hinein mit bedächtigem schritt
ein löwe tritt
und sieht sich stumm
rings um,
mit langem gähnen,
und schüttelt die mähnen
und streckt die glieder
und legt sich nieder.

und der könig winkt wieder,
da öffnet sich behend
ein zweites tor,
daraus rennt
mit wildem sprunge
ein tiger hervor.

wie der den löwen erschaut,
brüllt er laut,
schlägt mit dem schweif
einen furchtbaren reif,
und recket die zunge,
und im kreise scheu
umgeht er den leu
grimmig schnurrend,
drauf streckt er sich murrend
zur seite nieder.

und der könig winkt wieder;
da speit das doppelt geöffnete haus
zwei leoparden auf einmal aus,
die stürzen mit mutiger kampfbegier
auf das tigertier;
das packt sie mit seinen grimmigen tatzen,
und der leu mit gebrüll
richtet sich auf - da wird's still;
und herum im kreis,
von mordsucht heiß,
lagern sich die greulichen katzen.

da fällt von des altans rand
ein handschuh von schöner hand
zwischen den tiger und den leun
mitten hinein.

und zu ritter delorges spottender weis',
wendet sich fräulein kunigund:
"herr ritter, ist eure lieb' so heiß,
wie ihr mir's schwört zu jeder stund,
ei, so hebt mir den handschuh auf."

und der ritter in schnellem lauf
steigt hinab in den furchtbarn zwinger
mit festem schritte,
und aus der ungeheuer mitte
nimmt er den handschuh mit keckem finger.

und mit erstaunen und mit grauen
sehen's die ritter und edelfrauen,
und gelassen bringt er den handschuh zurück.
da schallt ihm sein lob aus jedem munde,
aber mit zärtlichem liebesblick -
er verheißt ihm sein nahes glück -
empfängt ihn fräulein kunigunde.
und er wirft ihr den handschuh ins gesicht:
"den dank, dame, begehr ich nicht!"
und verläßt sie zur selben stunde.



(1797)

Donnerstag, 7. Januar 2010

meines wesens dunkelstunden

hallo herr balduin,
letztens laß ich folgendes sprüchlein von goethe: "man sollte alle tage wenigstens ein kleines lied hören und ein gutes gedicht lesen." ich halte es jetzt nicht unbedingt für lebensnotwendig, aber eine bereicherung des alltages ist es auf alle fälle. mit einem lied kann ich an dieser stelle leider nicht dienen, aber ein gedicht ist heute machbar. wenn du willst begib dich doch auf gedankenreise und lass dich von den worten entführen und verwirren:

ich liebe meines wesens dunkelstunden,
in welchen meine sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich, wie in alten briefen,
mein täglich leben schon gelebt gefunden
und wie legende weit und überwunden.

aus ihnen kommt mir wissen, dass ich raum
zu einem zweiten zeitlos breiten leben habe.
und manchmal bin ich wie ein baum,
der, reif und rauschend, über einem grabe
den traum erfüllt, den der vergangne Knabe
(um den sich seine warmen wurzeln drängen)
verlor in traurigkeiten und gesängen.

rainer maria rilke

ich liebe meines wesens dunkelstunden ...
fritz

Dienstag, 5. Januar 2010

flüstern und schrein

herr balduin,
flüstern und schreien!?
überrannt von gewaltigen, mir zu großen dingen verstumme ich und bei der erkenntnis des zerbrechlichen seins, dem fühlen unaussprechlichen glückes oder dem erleben vernichtenden schmerzes – auch da gibt es nicht mehr viel zu sagen. sorgenvolle angst, enttäuschte bitterkeit, bangende hoffnung, hass, und traurige wut schreien vielleicht desöfteren in meinem herzen, aber nur seltenst in die welt hinaus. zu stark sind diese regungen des herzens, zu viel würde ich von mir verraten, und manchmal traue ich mich einfach nicht den dingen so ausdruck zu verleihen. doch oft bahnt es sich seinen weg. dann flüstert es aus mir heraus. dann erblicken die geheimen wünsche und so manch seelennot das licht des tages, flüsternd gestehen sich die liebenden ihre liebe und der kraftlose flüstert noch ein gebet.
fritz

Montag, 21. Dezember 2009

folge dir in dich



"folge dir in dich!
und wenn du auch erschrickst
vor den gestalten, die du dort erblickst:
folge dir in dich!"

bierbaum

Mittwoch, 2. Dezember 2009

brief an die allgemeinheit

sehr geehrte leser und leserinnen,
es ist mir eine große freude und ehre, dass sie mit dem lesen dieser briefe anteil an meinem leben und gedanken nehmen. danke dafür! gestern hatte ich eine idee die direkt mit ihnen zu tun hat, deswegen dieser brief. ich würde gern meine kleine welt mit ihren talenten, sichtweisen, gedanken und horizonten bereichern. und ganz nebenbei eine originelle aktion durchführen. bitte bekommen sie jetzt keine komischen gefühle und halten sie den gedanken, dass hier jemand etwas zu aufdringlich einfordert was ihm nicht zusteht noch einen augenblick zurück. folgendes würde das ganz konkret bedeuten:

canbalduin-fotowettbewerb

thema:
alles hat seine zeit (inspirationen kann man sich im prediger 3,1-8 holen)

einsendeschluss: 31.12.2009

gewinn:
eine kreative post-zusammenstellung (briefumschläge, karten, briefmarken ...) im wert von ca 30 euro - meiner meinung nach lohnt es sich!

ziel:
wenn genügend einsendungen kommen, möchte ich danach gern eine art bildband daraus anfertigen.

bedingungen:
die bilder müssen bis zum 31.12.2009 in digitaler form bei mir vorliegen. pro person dürfen nicht mehr als 20 bilder sein. auch darf auf die bilder keinelei urheberrechte bestehen. also wer sie einschickt ist damit einverstanden, dass diese kostenlos zu nichtgewerblichen zwecken weiterverwendet werden.

bei fragen einfach kommentieren! wenn ihr diese aktion gut findet, oder leute kennt, die sie gut finden könnten würde ich mich sehr freuen, wenn ihr sie weiter empfehlt. wer sein talent eher im schreiben, malen ec. sieht darf sich natürlich auch da themengebunden austoben. (gedichte, kurzgeschichten, bilder ... sind herzlich willkommen)
mit freundlichen grüßen,
ihr fritz

Dienstag, 17. November 2009

gezeiten der liebe

herr balduin,
aus lauter rastlosigkeit habe ich mich heute auf die verzweifelte suche nach beschäftigung begeben. und so holte ich zwei große kisten aus unsere rümpelkammer und begann auszusortieren. dabei habe ich ein gedicht gefunden, dass wir einmal als exemplarisches beispiel für "kommunikation" in der schule bekommen haben. will es dir nicht vorenthalten!
fritz

ein mensch schrieb mitternächtig tief
an die geliebte einen brief,
der schwül und voller nachtgefühl.
sie aber kriegt ihn morgenkühl,
ließt gähnend ihn und wirft ihn weg.
man sieht, der brief verfehlt den zweck.
der mensch der nichts mehr von ihr hört,
ist seinerseits mit recht empört
und schreibt am hellen tag, gekränkt
und saugrob, was er von ihr denkt.
die liebste kriegt den brief am abend,
soeben sich entschlossen habend,
den menschen dennoch zu erhören -
der brief muss diesen vorsatz stören.
nun schreibt, die grobheit abzubitten,
der mensch noch einen zarten dritten
und vierten, fünften, sechsten, siebten
der herzlos schweigenden geliebten.
doch bleibt vergeblich alle schrift,
wenn man zuerst daneben trifft.
(aus eugen roth, "ein mensch")

Freitag, 6. November 2009

ich kenn das auch ...


hallo herr balduin,
bin gerade am überlegen, ob ich dir schreibe ... wie du siehst habe ich mich dafür entschieden. nur habe ich heute nicht sonderlich viel zu berichten. doch wie in jeder echten beziehung darf man sich vielleicht beim schreiben nicht von der unspektakulären nüchternheit des alltags, oder den gemeinheiten des lebens abhalten lassen, gemeinschaft zu pflegen.
ach herr balduin, ... kennst du solche tage und nächte, die einfach nur vorbei gehen sollen, den man nichts gutes abgewinnen kann? an denen die wichtigkeiten dieser welt und all die flatterhaften gedanken, gefühle und meinungen so egal, nackt und sinnlos dastehen, wie sie oft wohl auch sind, weil die gegenwart so brutal real sein kann? wo man sich selber nur belächelt und etwas angewiedert den kopf schüttelt. wo man einfach wieder kind sein will? wo übernatürliche hilfe nötig wäre, aber keine hilfe kommt?
na ja, ich kenn das auch.
es befremdet dich vielleicht etwas, dass ich dir das jetzt so "hinwerfe", aber es gehört für mich gerade dazu ...
fritz

die dunkelheit brennt lichterloh
und schneidet freche fratzen
erschreckt das herz, verwirrt den geist
mit abertausend masken

die seele ist in seelennot
im sturm und wind gefangen
und vielleicht schon bald von meuterern gehangen

auf auf, lasst die seele baumeln
rufen sie

und voller angst
vor niedrtracht, vor heimtückischen schlägen
bettelt man ohn skrupel
nach ein bisschen segen

Dienstag, 15. September 2009

brief an die sinnlosigkeit

guten tag frau sinnlosigkeit,
obwohl, ihnen muss ich wohl keinen guten tag wünschen. in ihrer gegenwart gibt es keine guten tage. warum ich ihnen diese zeilen schreibe, weiß ich selber nicht so genau. doch ungeschrieben kann ich die worte nicht lassen. sie sind ein böse zauberin, die alles grau in grau färben will. und (fassen sie das nicht als kompliemet auf) ich hasse sie aus tiefsten herzen. sie treiben menschen in den tod. ich weiß, jeder wird sterben, doch es gibt einen tod, der das leben achtet. sie dagegen meucheln und morden. natürlich in den seltensten fällen so offensichtlich. sie bevorzugen eine qualvollere methode – das sichtum und vergiften der menschheit ist euer herzensanliegen. das zerstören von liebe und zuneigung (besonder in familien), das zerschlagen eines jeden lebenswillens – oh sie verdammter dämon, sie unreiner geist – das zerreißen der liebesbriefe gottes ist ihre freude. das ich in diesem zusammenhang von freude rede ist schon wieder völlig verkehrt. haben sie doch schon tausende botschafter der freude geköpft, gehängt, und gevierteilt! menschen, die innerlich völlig vermodert und verfault sind – das ist ihre vision. wenn sie da sind, zerfällt kostbarste, reine schönheit zu staub und alle lebenskraft verlässt die männer, und die frauen und manchmal schon die kinder. von ihnen gefangen und verblendet, bringen sich junge männer um, werden mütter hart und kalt, hören die menschen auf zu weinen. mit trübsin, hämmernder dumpfheit, gefühllosen schmerzen, und betäubender auswegelosigkeit schmücken sie sich. ihr reich ist die morrastige, stinkige dunkelheit, ihr zepter ist gottlosigkeit. nicht das sie es nötig haben gott zu leugnen, oh nein. doch durch ihre methoden rückt er für die menschen in unerreichbare ferne. ihr mann, der graf depression steht ihnen da in nichts nach. zusammen feiern sie diabolische feste, zerstören die blumen, das vogelgezwitscher, die mücke und den morgen, musik, eheglück, weihnachten, freundschaft und alle zeugen des himmels. spottend und hämisch lachend berauschen sie sich an den seelenschmerzen und der verzweiflung der menschen. fluch über sie und ihre machenschaften.
mit verabscheuenden grüßen,
fritz

Dienstag, 1. September 2009

ode an die blume

herr balduin,

meine "ode an die blume". im speziellen und im allgemeinen gemeint...


du meine blume, du meine schöne blume. am rand des weges fand ich dich. du standest lächelnd da im staub der zeit und dein himmlischsüßer duft erzählte von unbekannter ferner weite. du hast mich nicht umwoben, oder gar gefangen. du hast nicht genommen, sondern gegeben. manchmal vergesse ich das, ich schäme mich dafür. du bist unberührte schönheit und klar ist dein sein - so klar. die sicherheit, die du mir gibst will ich nicht mehr hergeben, alles gold der welt ist schmutz dagegen.  deine tränen tun so weh. dabei gilt dein schmerz doch so oft mir. die frucht deines lebens ist zarte liebe. weißt du, deine liebe ist köstlich - so köstlich! was will ich mit dem hochmütigen stolz der dummen? was nützen mir die pläne der verblendeten. sie reden nur und malen ihre illusionen bunt an. du meine kostbare perle, du kennst das leben und bist mutig genug in den sturm des geschehens zu treten, auch wenn es deinen blüttenblätterkelch zerstören könnte. du meine schöne blume...