herr balduin,
gestern wurde bei uns im sonntäglichen gottesdienst taufgedächtnis gefeiert. es war nur ein kind da. dies ist mit seiner mutter (oder eher andersherum) nach vorn gekommen. an den altarkerzen wurde dann die taufkerze des kindes angezündet und über ihm der segen gesprochen. wie die handlung so vor sich ging musste ich an meine eigenen "taufgedächtnisse" denken und an meinen jüngsten bruder. dieser wollte sich mit 7 jahren aus irgendeinem grund taufen lassen und gedenkt seitdem (schon einige jahre) sehr gewissenhaft daran. dieses jahr versäumten meine eltern diesen tag. er nicht. er holte seine taufkerze, zündete sie sich an und feierte für sich selbst mit einigen bildern von damals. wie ich gerade darüber berichte werde ich ganz ehrfürchtig und denke, dass ich von ihm einiges lernen könnte!
ach noch was, in dem zimmer meines bruders hängt eine bilderfolge seines lebens. die müssen das irgendwann einmal in der schule angefertigt haben und ihm war es so wichtig, dass er es sich in seinem zimmer aufgehangen hat. da gibt es zu beginn ultraschallbilder, dann kommen babybilder und immer so weiter. so sind etliche stationen auf seinem kurzen lebensweg festgehalten. dieses bewusstwerden für das eigene leben gefällt mir sehr. was man nicht alles in der schule hätte lernen können ...
fritz
hörst du mein heimliches rufen
vor 16 Jahren
