Freitag, 28. Mai 2010

vergnügt


zwei priester, die einmal so richtig abschalten wollten, fuhren in den süden. gleich nach der ankunft gingen sie in ein geschäft und kauften kurze hosen, sandalen, und sonnenbrillen, um nicht als geistliche erkannt zu werden. als sie am nächsten morgen mit einem drink am strand saßen und die sonne genossen, ging eine bikini-schönheit an ihnen vorüber, lächelte und nickte ihnen freundlich zu: "guten morgen, padres." die beiden staunten - woher in aller welt wusste die frau, dass sie priester waren? am kommenden tag gingen sie erneut in das geschäfft und kauften alles, was echte touristen eben so tragen: quitschbunte hemden, billige fotoapperate, strohhüte. sie setzten sich an den strand, absolut sicher, in diesem aufzug unerkannt zu bleiben. aber wieder kam die schöne im bikini vorbei, lächelte und wünschte den "padres" einen schönen tag. einer der beiden konnte seine neugierde nicht zügeln und lief der schönen hinterher. "eine sekunde, gnädige frau! wir sind ja wirklich stolz, priester zu sein, aber woher wissen sie das - so wie wir angezogen sind?" - "aber pater", antworte die schöne vergnügt, " ich bin es doch, schwester monika!"

bildet banden!

guten abend mein lieber balduin!
obwohl ich die geheimnisse der deutschen sprach noch nicht in den tiefen ergündet habe, so bin ich doch ein liebhaber der ihrigen geworden. unfassbar, wenn ich der vielen qualvollen schulstunden gedenke, die sie mir doch bereitet hat.
doch wie schon gesagt, mitlerweile mag ich ihr wesen sehr. an manchen stellen fühle ich mich von ihr eingeengt und begrenzt, doch immer wieder gibt es momente, wo sie mich wie ein weiser lehrer und meister unterweist.
so war es einmal als mich ein freund auf die bedeutung, bzw. umschreibung des wortes "genosse" aufmerksam machte.
begleiter, freund, geselle, getreuer, kamerad, vertrauter, gefährte, kumpel, im weitesten sinne auch bruder - natürlich verdoppelt sich das alles noch durch die weibliche form der jeweiligen begriffe. an und für sich klingt genosse etwas befremdlich, aber in anbetracht eines solchen reichtums an bedeutungsmöglichkeiten ein wunderbares wort - ersetzbar durch irgendeines seiner erklärenden gegenüber.
es ist schön einer kleinen "bande" solcher menschen anzugehören.
fritz

Donnerstag, 27. Mai 2010

selbstmitleid

herr balduin,
manches mal steht man in dem dilema, eigentlich mit sich selbst mitleid zu empfinden, sich dem aber nicht gänzlich hingeben zu können, da man es für verwerflich hält. und das vielleicht sogar mit recht!? wenn selbstmitleid narzistische methode und emotional übersteigerte egopflege ist, dann ist das ganz und gar verwerflich. auch wird es immer leute geben, den es schlimmer geht und weswegen man sich ein bisschen mehr zusammenreisen könnte. frei nach dem motto: "lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen. und ich lächelte, und ich war froh, und es kam schlimmer." aber ist deswegen selbstmitleid generell etwas schlechtes? ich weiß nicht so recht. wie ich das durchdenke, fühle ich mich fast ketzerisch. aber darf man eventuell doch für sich selbst mitleid empfinden? tiefer traurigkeit über dem eigenen schicksal etwas mehr raum geben als gesellschaftlich anerkannt. nicht unbedingt vor anderen. nicht um sich in ein traurigschönes gefühl hineinzukuscheln. sondern um den erfahrenen verlust und schmerz ein ventil zu geben. nicht mehr stark sein müssen, nicht verantwortlich für das empfinden der anderen sein müssen, nicht immer "richtig" sein müssen ...
sich herzlich in den arm nehmen und mit sich selbst mitleiden!?
fritz

Dienstag, 25. Mai 2010

"darf eine limo philosophische fragen stellen?"


hallo herr balduin,
mal wieder ein brief gefüllt mit meiner hochachtung vor guter werbung. derzeit gibt es viele gelungene exemplare in den straßen zu begutachten. "bionade" - schon fast ein garant für ansprechendes disign und einer mischung aus intelligenten und witzigen sprüchen - übertrifft sich dieses mal selbst.
fritz

Sonntag, 23. Mai 2010

über (m)eine frau

herr balduin,
nachdem ich dir im letzten brief ein paar brudergeschichten zum besten gegeben habe, heute ein paar begebenheiten der letzten tage, die meine frau betreffen. sie bildet sich hin und wieder gern auch in ihrer freizeit fort. in einem rehazentrum unserer stadt finden regelmäßig öffentliche vorträge statt - also optimale vorraussetzung. vergangenen samstag war das thema: "gehirnjogging". in dem glauben das inhalte vermittelt werden die einen in der praxis mit älteren menschen helfen, begab sie sich dahin. doch weit gefehlt. es war eher so eine versammlung für leute die gehirngymnastik für den eigenbedarf erlernen wollten. und so saß sie dann unter ca. 14 rentnern und machte "gedankenkniebeuge"... und weil wir gerade bei älteren mitbürgern sind. also wir unterwegs waren sagte sie plötzlich zu mir: "guck mal, die frau da hat die gleiche strickjacke wie ich." ich darauf: "eigentlich freut man sich doch nicht besonders darüber, wenn man die eigene begleitung bei anderen sieht, oder?" sie gar nicht darauf eingehend: "mhmm, die frau ist auch schon eine omi."
fritz

Montag, 17. Mai 2010

brudergeschichten

herr balduin,
gestern wurde bei uns im sonntäglichen gottesdienst taufgedächtnis gefeiert. es war nur ein kind da. dies ist mit seiner mutter (oder eher andersherum) nach vorn gekommen. an den altarkerzen wurde dann die taufkerze des kindes angezündet und über ihm der segen gesprochen. wie die handlung so vor sich ging musste ich an meine eigenen "taufgedächtnisse" denken und an meinen jüngsten bruder. dieser wollte sich mit 7 jahren aus irgendeinem grund taufen lassen und gedenkt seitdem (schon einige jahre) sehr gewissenhaft daran. dieses jahr versäumten meine eltern diesen tag. er nicht. er holte seine taufkerze, zündete sie sich an und feierte für sich selbst mit einigen bildern von damals. wie ich gerade darüber berichte werde ich ganz ehrfürchtig und denke, dass ich von ihm einiges lernen könnte!
ach noch was, in dem zimmer meines bruders hängt eine bilderfolge seines lebens. die müssen das irgendwann einmal in der schule angefertigt haben und ihm war es so wichtig, dass er es sich in seinem zimmer aufgehangen hat. da gibt es zu beginn ultraschallbilder, dann kommen babybilder und immer so weiter. so sind etliche stationen auf seinem kurzen lebensweg festgehalten. dieses bewusstwerden für das eigene leben gefällt mir sehr. was man nicht alles in der schule hätte lernen können ...
fritz

brandenburg und landstraßen


guten abend mein freund,
meine liebe gattin und ich sind gestern zu einen kleinen kurzurlaub aufgebrochen. einfach ganz ungeplant ins ungewisse fahren zählt nicht gerade zu meinen stärken. wie so ein kleiner junge war ich aufgeregt - und das, obwohl unser ziel gar nicht so weit in der ferne lag. (achtung, jetzt kommt der werbeblock nr. 1) das "unerkannte" brandenburg mit seiner wunderbaren wasserlandschaft haben wir mit unserer gegenwart beglückt. schön war es! den hin- und rückweg haben wir ganz unkonventionell ausschließlich auf landstraßen zurück gelegt. geleitet wurden wir dabei von meiner interpretation der landkarte. (achtung, jetzt kommt werbeblock nr.2) diese art des reisens kann ich nur wärmstens empfehlen. da wird autofahren schon teil der erholung - vorrausgesetzt man hält es mal aus nicht durchs leben zu rasen. und abgesehen von der perspektiveränderung gibt es ausreichend zum gucken und wenn man glück hat viele lustige momente. einer davon ist oben bildlich festgehalten. er ereilte uns plötzlich und unerwartet :-)
fritz