Montag, 7. Juni 2010

vernissage

hier kommt ein kleiner nachtrag zum buchprojekt. vor einiger zeit kam die idee auf, die veröffentlichung mit einer vernissage-ähnlichen zusammenkunft zu verbinden.
geplant ist eine kleine feier mit anständigen inhalt. mal platt gesagt soll es ums schlichte "leben" gehen - ungeschminkt, wirklichkeitsnah und dennoch hoffnungsvoll.
dabei wird es sich nicht nur um das buch drehen, sondern es soll eher die idee des buches aufgegriffen werden. also vorhandenes potential ausschöpfen, raum zum gestalten und gespräch geben und "lebensfreude" praktizieren. wollen ein paar leute fragen ob sie jeweils 2-3 lieder singen. dann andere anfragen ob sie ein kurzers plädoyer oder rede für ein projekt oder eine bestimmte idee halten. eine kleine lesung wird auch dabei sein, vielleicht noch etwas, was einer galerie gleichkommt, möglichkeiten um ideen auszutauschen und zu entwickeln und natürlich noch ein paar kleinigkeiten zum essen und trinken ...

jetzt kommst du ins spiel, vorrausgesetzt du findest die idee gut, hast am 26. juni zeit und würdest die mühe auf dich nehmen nach dresden oder umgebung zu kommen.
bitte gib in diesem fall bescheid und du erhälts eine richtige einladung mit allen weiteren informationen.
herzliche grüße von der organisationsmann- und frauschaft

ps: nur zur konkretisierung unserer erwartungen. es wird wohl eine einfache kleine zusammenkunft von ein paar leuten sein, nichts spektakuläres aber vielleicht mit ein bisschen nachhaltigkeit.

briefgedanken-gedankenbrief

hallo herr balduin,
heute habe ich mal wieder einen ausführlichen brief geschrieben. das nimmt bei mir zwar immer wieder viel zeit in anspruch - brauche ich doch beim schreiben immer noch lange um über das "zu schreibende" nachzudenken - aber es sind gut angelegte stunden. oft werde ich mir beim schreiben über etwas bewusst oder verarbeite irgendetwas ein bischen. und auch die antwortbriefe möchte ich natürlich nicht missen!
wie ich heute also über dem schreiben war, musste ich über einen satz nachdenken, den mein gegenüber mir zugesendet hatte. darin brachte er sein bedauern zum ausdruck, dass wir oft nicht bereit sind den ein oder anderen (noch nicht ganz durchdachten) gedanken umzusetzen. auch auf die gefahr hin fehler zu machen. zu sehr hängen wir uns an irgendwelche vermeintlichen sicherheiten. er beendete seinen gedankengang mit der aussage: " lieber fehler machen, als ein leben ohne extreme."
natürlich gibt es immer zwei seiten einer medalie und von fall zu fall bedarf es einer eigenen erörterung, doch prinzipiell kann ich dem zustimmen.

wäre da nur nicht immer die angesprochene angst vor dem fehler machen und versagen. wäre da nur nicht die "sicherheit" die man aufgeben müsste. und wären da nur nicht die umstände, die so oft im wege stehen und es unmöglich erscheinen lassen.
gut kann ich mich noch an eine wanderung mit einen freund erinnern. an einer stelle standen wir vor einer großen felswand - und garantiert wurde diese schon von den ein oder anderen bergsteiger bezwungen, doch für leute wie mich ... aussichtslos.
ein etwas abruptes ende, aber weiter habe ich einfach nicht gedacht.
fritz

ps: hier noch mal eine kleine denkschrift.
ihr lieben leute, schreibt doch inhaltsreiche briefe (echte oder elektronischer art). ich glaube das deren wert, für das heute und auch für die zukunft, für einen selbst und für andere, weit unterschätzt werden!

Sonntag, 6. Juni 2010

Donnerstag, 3. Juni 2010

was siehst du?

der meister hob hervor, dass die welt, wie sie die meisten leute sehen, nicht die welt der wirklichkeit ist, sondern eine welt, die ihr kopf hervorgebracht hat. als ein schüler das in frage stellen wollte, nahm der meister zwei stöcke und legte sie in form eines t auf den boden. dann fragte er den schüler: "was siehst du hier?" "den buchstaben t", antwortete er. "genauso habe ich es mir vorgestellt", sagte der meister. "es gibt von sich aus keinen buchstaben t; das t ist die bedeutung, die du ihm gibst. was du vor dir siehst, sind zwei abgebrochene äste in form von stöcken."

- aus anthony de mellos: eine minute unsinn

Mittwoch, 2. Juni 2010

originelle ladenidee


herr balduin,
vor einiger zeit habe ich dir von dem "umsonstladenprojekt" berichtet. heute wieder eine ladenidee der besonderen art. ein handzettel mit unteranderem folgender botschaft brachte jetzt meine frau mit nach hause:
"wenn sie das besondere suchen oder wenn sie außergewöhnliche ideen haben, dann sind sie bei uns richtig! man sagt jeder sechste mensch ist in seiner freizeit kreativ tätig. doch wie schwer ist es sene kunst mit anderen zu teilen, sie zu zeigen oder gar den ein oder anderen euro zu verdienen. wir vermieten ihnen für ihre produkte regalflächen zu fairen preisen, in der passenden größe und sie bestimmen die dauer. das hat für die suchenden den vorteil, dass sie ständig neue angebote finden ..." neben dem verkausangebot gibt es noch die möglichkeit kursangebote zu besuchen oder selbst zu initieren.
eine meiner meinung nach sehr reizende und außergewöhnlich idee. und ich werde ganz sicher mal vorbei schauen!
fritz

nicht ganz dicht

"wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht."
edmund stoiber

nachruf

herr balduin,
gestern war die beerdigung einer alten dame, die ich schon seit meiner frühen kindheit kenne. zeit meines lebens hatte sie schon weißes haar und so adlig wie ihr name, war ihr auftreten. in größeren abständen habe ich sie besucht. schon damals und erst recht heute ist mir ihre "versöhnte" und intensive art zu leben vorbild. in einem langen leben sammelt sich viel schweres an, doch von bitterkeit war nie eine spur bei ihr. regen anteil nahm sie dagegen an meinem ergehen und dem leben meiner familie. sie fragte nach und hörte zu (lebendiges hören ist eine form der liebe - romano guardini). die kunst und ihre heimat liebte sie und darüber hinaus war sie eine sehr gottesfürchtige frau, aber dabei war sie im leben und der wirklichkeit gegründet und gerade im höheren alter erschien sie mir nie als überbetont fromm.
ihre bestattung war für mich kein trauerereignis, sie hat mich dankbar für die erlebnisse mit ihr gemacht. und neu hat sie mich mit dem wunsch beseelt selber würdig zu leben und vor allem würdig zu sterben.
fritz